Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

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Dhaulagiri Himal

 

Quellen der Detail-Informationen:

- Nepa Maps: Dhaulagiri Circuit 1:87.500
- Nepa Maps: Dolpa 1:125.000

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya
- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"  
- Berge in Nepal 
- Achttausender - Dhaulagiri I
- Neu: Gipfelpanorama vom Dhaulagiri I
- Dhaulagiri I, Geschichte und Literatur 
- Hohe Siebentausender - Dhaulagiri II
- Bildergalerien zum Dhaulagiri Himal  
Passübergänge - French Col und Dhampus-Pass 


Dhaulagiri Himal von Südwesten. Von links: Putha Hiunchuli (7246 m), Churen Himal (7371 m), Dhaulagiri VI, (7268 m), Gurja Himal (7193 m, in Wolken), 
Dhaulagiri I
(8167 m, teilweise in Wolken), rechts: Annapurna Himal

Beschreibung der Topografie der Region und Hinweise zu Besteigungen:

Der Dhaulagiri Himal ist eine langgezogene Bergkette vom Dogari Himal im Westen bis zum Tukuche Peak bzw. dem Tal des Kali Gandaki im Osten. Mit Ausnahme am French Col nördlich des Dhaulagiri I verläuft dieser Gebirgszug in Höhen von oberhalb 6000 m, über weite Strecken sogar oberhalb von 7000 m. Auf dieser Linie reihen sich sämtliche  Gipfel - mit Ausnahme des Dhaulagiri I (8167 m) mit seinen südlichen Vorgipfeln. Der Dhaulagiri I steht relativ isoliert, von der Hauptkette durch das tiefe Tal des Myagdi Khola getrennt. Nur im Osten ist er über den 5700 m hohen vergletscherten Nordost-Col mit dem Tukuche Peak verbunden. Nur "etwas aus der Reihe" steht der Gurja-Himal (7193 m), der einen kurzen Ausläufer markiert, der etwa auf halber Länge der Kette nach Süden vorspringt. Der Dhaulagiri Himal trennt die nepalesische Region Upper Dolpa im Norden von dem Vorland im Süden, er liegt also ganz auf nepalesischem Staatsgebiet. Das Gebirge markiert eine deutliche Grenze zwischen hohen Nierderschlagsmengen im Süden und deutlich geringeren Mengen im nördlichen Upper Dolpa, das noch weiter im Norden in das tibetische Hochland übergeht.

Die höchsten Gipfel der durchgehenden Kette sind (von West nach Ost, siehe z.T. auch obiges Bild): Putha Hiunchuli (7246 m, Erstbesteigung 1954), Churen Himal (7371 m, Erstbesteigung 1970), P 7108, Dhaulagiri VI (7268 m, Erstbesteigung 1970), Gurja Himal (7193 m, Erstbesteigung 1969), Dhaulagiri IV (7161 m, Erstbesteigung 1975), Dhaulagiri V (7618 m, Erstbesteigung 1975), Dhaulagiri III (7715 m, Erstbesteigung 1973), Dhaulagiri II (7751 m, Erstbesteigung 1971), Mukut Himal (6639 m) und Tukuche Peak (6920 m, Erstbesteigung 1969). Zwischen dem Ostgipfel des Mukut Himal (=Sita Chuchura) und dem Tukuche Peak liegt der tiefste Punkt der Kette, der French Col (5360 m). Dieser Pass ist der Übergang in der Umrundung des Dhaulagiri I zwischen dem Myagdi-Tal und dem Hidden Valley, dem Hochtal hinüber zum Dhampus-Pass und weiter hinunter ins Tal des Kali Gandaki. In der gesamten Gebirgskette ist dies der einzige Übergang, den ein Trekker gehen kann.

 
Blick von Sibang (1650 m) in das Tal des Myagdi Khola. Rechts der Dhaulagiri I (8167 m) mit dem Manapati (6380 m). Links der Dhaulagiri V (7618 m) und der Tsaurabong (6395 m)
Foto: Lubomir Dedek, picasaweb.google.com

Im Südosten des Dhaulagiri Himal sind die Vorberge sanft, die Hänge erlauben Getreideanbau auf Höhen um die 1500 m. Hier stehen im Norden der Gurja Himal und Dhaulagiri V sowie der Dhaulagiri I, teilweise verdeckt von Manapati (6380 m) und Jirbang (6062 m). Von hier aus verläuft die Schlucht des Myagdi Khola direkt nach Norden zwischen den Gipfeln Dhaulagiri V, III und II und dem Dhaulagiri I. Am Beginn der Schlucht findet man zunächst noch wuchernde subtropische Vegetation, mit zunehmender Höhe wird der Bewuchs alpin, bis schließlich in einer engen Schlucht mit fast senkrechten Felswänden höchstens noch stellenweise Gras anzutreffen ist (siehe folgendes Foto).

 
Im Tal des Myagdi Khola jenseits des Italian Basecamp. Voraus der Mukut Himal (6639 m)
Foto: Betty, picasaweb.google.com

Auf Höhe des Richtungswechsels nach Osten unter der Südwand des Mukut-Himal (6639 m) wird das Tal wieder etwas weiter. Voraus im Osten steht der Tukuche Peak (6920 m) und rechts der "Eiger", ein Vorberg in der Nordwand des Dhaulagiri I, der dem Eiger bei Grindelwald ähnelt.

Auf 4750 m Höhe liegt der Platz des Dhaulagiri-Basislagers, mitten auf dem Gletscher. Während hier im Süden und Osten die Wände des Dhaulagiri I bzw. des Tukuche Peak drohend über einem stehen, hat sich nach Westen hin ein weiter Blick auf Dhaulagiri V, III und II geöffnet (siehe folgendes Bild). Der Dhaulagiri III ist kaum mehr als eine Erhebung im Grat zwischen D V und D II. Der Wanderer kam das Tal links der Bildmitte herauf.


Von links: Dhaulagiri V (7618 m) , III (7715 m) und II (7751 m) vom Basislager am Dhaulagiri I
Foto: Lubomir Dedek, picasaweb.google.com

Dieser Lagerplatz ist das Basislager fast aller Expeditionen, die den Gipfel des Dhaulagiri I zum Ziel haben. Sie nehmen den Weg der Erstbesteiger unmittelbar unter dem Eiger hindurch (Steinschlag!) und weiter über den Gletscher unter der Ostflanke bis zum Nordostsattel auf 5700 m Höhe. Von hier führt der Nordostgrat als natürliche Linie zum Gipfel (siehe folgendes Bild).


Nordostgrat des Dhaulagiri I (8167 m) von etwa 5900 m Höhe gesehen. 
Der Nordostgrat war die Route der Erstbesteiger im Jahr 1960.
Foto: Dieter Porsche aus dessen Büchern "Der weiße Berg" und "Mount Everest, Nanga Parbat, Dhaulagiri",
www.alpin-extrem.de

Der Dhaulagiri I war der vorletzte Achttausender in der Serie der Erstbesteigungen. Eine Schweizer Expedition brachte im Jahr 1960 insgesamt 6 Bergsteiger auf den Gipfel. Die Versorgung der Expedition wurde mit einem Flugzeug durchgeführt, das auf dem Nordostsattel landete. Eine Bruchlandung im Hidden Valley nördlich des French Col zwang die Expeditionsteilnehmer aber dann doch noch zum Lastenschleppen auf dem eigenen Rücken. 

Am Dhaulagiri I wartet immer noch eine der großen Herausforderungen auf die Elite der Bergsteiger: Die vollständige Durchsteigung der gefährlichen und schwierigen Südwand. Mehr zur Geschichte des D I können Sie hier nachlesen.

Der Vollständkeit halber sei noch der Blick vom Aufstieg am Dhaulagiri I auf den Annapurna Himal gezeigt:


Blick aus etwa 6250 m Höhe nach Oste www.alpin-extrem.de

Dazwischen liegt das Tal des Kali Gandaki, angeblich das tiefste Tal der Erde. Hier am Kali Gandaki steht westlich von Kalopani (2530 m) der Dhaulagiri I (8167 m) und östlich die Annapurna I (8091 m). Die Tiefe des Tals beträgt also in Bezug auf die höchsten Gipfel 5640 bzw. 5560 m. Betrachtet man beide Talseiten zusammen, so trifft die Eigenschaft "tiefstes Tal" zu. Man muss aber wissen, dass es im Karakorum einen größeren Höhenunterschied von Talsohle zum nächsten Gipfel gibt, nämlich vom Hunza-River nördlich Gilgit (1600 m) zum östlich gelegenen Gipfel des Rakaposhi (7788 m). Hier besteht ein Höhenunterschied von 6190 m, allerdings nur auf einer Talseite. Gegenüber sind es gut 2000 m weniger.

Wie der Weiterweg des Trekkers vom Basislager aus verläuft, ist gut auf dem folgenden Bild zu erkennen, das vom Nordostgrat des Dhaulagiri I aufgenommen wurde. Die Spitze des "Eiger" sieht man in Bildmitte. Darunter im Tal (hier verdeckt durch den Eiger) befindet sich das Basislager. Der Bergsteiger ist über den Gletscher rechts unten heraufgekommen; rechts außerhalb des Bildes steht der Tukuche Peak.


Blick aus etwa 6800 m Höhe am Nordostgrat des Dhaulagiri I nach Norden. 
In der linken Bildhälfte der Mukut Himal/Sita Chuchura (6639 m). Rechts auf 2/3 der Bildhöhe 
der French Col (5360 m) mit dem Hidden Valley dahinter.
 
Foto: Dieter Porsche aus dessen Büchern "Der weiße Berg" und "Mount Everest, Nanga Parbat, Dhaulagiri", www.alpin-extrem.de

Den Trekker führt der Weg vom Basislager nach Norden zum French Col (5360 m). Dieser Pass ist auf dem vorstehenden Foto gut zu erkennen: rechts sieht man in 1/3 der Bildhöhe von oben einen von rechts nach links fast waagrecht verlaufenden Grat einer Moräne. Am tiefsten Punkt befindet sich der French Col. Dahinter - nach rechts aus dem Bild - ist noch der obere Teil des Hidden Valley zu sehen. Der Sita Chuchura - der rechte Gipfel des Mukut-Massivs - ist der Wegbegleiter bis zum Dhampus-Pass, der sich rechts außerhalb des Bildes befindet. Am Dhampus-Pass beginnt der lange Abstieg hinunter in das Tal des Kali Gandaki. Im Foto sind jenseits des French Col die Gipfel um den Honde Himal (6556 m) zu erkennen.

Der French Col hat seinen Namen im Jahr 1950 erhalten. Die französische Expedition, die schließlich die Annapurna I als ersten Achttausender bezwang, hatte sich zunächst den Dhaulagiri I zum Ziel gesetzt. Man musste allerdings zunächst einmal mögliche Anstiegsrouten erkunden. Eine der Erkundungen führte von Marpha im Kali Gandaki-Tal über den Dhampus-Pass zum French Col. Von hier hatte man endlich einen Blick auf den Berg - ein abschreckender Anblick, wie das folgende Bild verdeutlicht. Hinzu kam die Erkenntnis, dass dieser lange Anmarsch zum Basislager die Träger überfordern würde. Man gab die Absicht auf und wandte sich der Annapurna I zu. Am Pass hatten erstmals die Franzosen gestanden, und so heißt der Pass nun French Col. 


Dhaulagiri I (8167 m) vom Aufstieg zum French Col (5360 m). Der Blick geht zur Nordwand 
mit dem Vorgipfel "Eiger" am Fuß der Wand. Unterhalb des "Eiger" befindet sich das Dhaulagiri-Basislager. Der Nordostgrat, die Route der Erstbesteiger, ist links.
Foto: Apurdam, flickr.com

Das sanft nach Norden abfallende Hidden Valley ist ein weites Hochtal, mal tief verschneit, mal nur steinig, eingerahmt von weißen Sechstausendern, unter denen der Tukuche Peak (6920 m) und der Sita Chuchura (6611 m, siehe folgenden Bild) die schönsten Formen aufweisen.


Blick vom Dhampus-Pass (5258 m) nach Westen über das Hidden Valley hinweg zum Sita Chuchura (6611 m)
Foto: Betty, picasaweb.google.com

Am Dhampus-Pass nimmt der nahestehende Tukuche Peak (6920 m) den Blick gefangen, vor allem aber der jenseits des tiefen Tales des Kali Gandaki aufragende Annapurna Himal. Gegenüber, jenseits des Tals des Kali gandaki, steht eine fast geschlossene Mauer vom Tilicho Peak im Nordosten über die Nilgiri-Gruppe bis zu Annapurna I und Annapurna South im Süden.


Vom Dhampus-Pass blickt man nach Osten über das Tal des Kali Gandaki hinweg auf die Mauer des Annapurna Himal. Von links: Tilicho Peak (7134 m), Niligiri North (7061 m), Nilgiri Central (6940 m), Annapurna I (8091 m, nur die Spitze ist zu sehen), Nilgiri South (6839 m), Annapurna South (7219 m)
Foto: Lubomir Derek, picasaweb.google.com

Von der Ebene östlich des Passes besteht eine gute Sicht in die Nordwand des Tukuche Peak (6920 m) (siehe folgendes Bild).

 
Nordwand des Tukuche Peak (6920 m) von einem Standort östlich des Dhampus-Pass
Foto: Betty, picasaweb.google.com

Auf dem Weiterweg hinunter nach Marpha kommen die Berge des Damodar Himal im Nordosten in den Blick, nach Süden öffnet sich der Einblick in das Tal des Kali Gandaki. Irgendwann kommt sogar der Dhaulagiri I links vom Tukuche Peak wieder ins Blickfeld. 

Das Tal des Kali Gandaki ist die östliche Begrenzung des Dhaulagiri Himal. Es hat in seinem oberen Teil streckenweise eine wüstenhaften Charakter bedingt durch die Trockenheit im Windschatten der Himalaya-Hauptkette. Aber direkt zwischen Dhaulagiri und Annapurna sind die Niederschlagsmengen schon deutlich höher, so dass dort die Hänge beidseits des breiten Talgrundes bewaldet sind. Hier, bei Larjung (2560 m), ist der Blick offen in die Ostflanke des Dhaulagiri I mit dem Eisbruch des Ost-Gletschers. 


Ostflanke des Dhaulagiri I (8167 m) mit dem East-Dhaulagiri-Gletscher
Foto: Betty, picasaweb.google.com

Wer den Hang zu diesem Gletscher hinaufsteigt, wird durch einen herrlichen Blick auf die Nilgiri-Gruppe und die Annapurna I belohnt.


Blick von einem Standort am Osthang des Dhaulagiri I oberhalb des Kali-Gandaki-Tales westlich des Ortes Larjung über das Tal hinweg zur Nilgiri-Gruppe (7061 m, links), 
zur Annapurna I (8091 m) und zur Annapurna South (7219 m)

Foto: Betty, picasaweb.google.com  

Bleibt noch die Nordseite der Dhaulagiri-Kette. Hierher führen im Westen Trekking-Routen aus dem Upper Dolpa, die nach Osten bis hinüber ins Tal des Kali Gandaki (Mustang) ausgedehnt werden können. Entlang der Kette führt im Westen das Tal des Bharbun Khola, weiter nach Osten folgen Passübergänge in die Region nördlich des Hidden Valley mit dem Abstieg nach Kagbeni oder Jomosom am Kali Gandaki.


Dhaulagiri II (7751 m), III (7715 m), V (7613 m) und IV (7661 m) von Norden (von links)
Foto: Etienne Delavy, picasaweb.google.com  

         
 

Copyright © Guenter Seyfferth, 2006. Aktualisierter Stand vom 04.04.2013 . Alle Rechte vorbehalten. 

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