Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

Mount Everest, K2, Kanchenjunga, Lhotse, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Broad Peak, Annapurna I, Gasherbrum, Shisha Pangma und viele andere

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Gesamtübersicht über den Himalaya

Inhaltsverzeichnis

Übersicht
Entstehung
Grenzgebirge, aber keine Wasserscheide
Die Nationalparks in Nepal
Übersicht über den Karakorum
Hinweise zum Wetter

Übersicht über den Himalaya

Der Himalaya ist das höchste Gebirge der Welt. Hier befinden sich alle 14 Achttausender sowie fast alle Siebentausender der Erde. Der Himalaya trennt die Tiefebene des indischen Subkontinents von den nördlich davon gelegenen Hochflächen Tibets und Sinkiangs. Der Himalaya ist Grenzgebirge zwischen Pakistan/Indien/Nepal/Bhutan einerseits und China/Tadschikistan/Afghanistan andererseits.

                                          Gesamtübersicht des Himalaya mit seinen 14 Achttausendern

Wo der Himalaya genau beginnt und endet, mag Streitpunkt der Gelehrten bleiben; einen unwiderlegbaren Beleg für oder gegen die oder jene Definition wird es nie geben. Die Mehrheit der Personen, welche in Vergangenheit und Gegenwart zum Thema "Himalaya" veröffentlicht haben, betrachten Karakorum und Hindukush als Bestandteil des Gesamtgebirges "Himalaya", und auch die Berge im Osten bis zum Durchbruch des Brahmaputra. Art und Lage der Beschriftungen der renommierten Atlanten entsprechen ebenfalls meist dieser Auslegung. Es ist deshalb naheliegend, dabei zu bleiben. Wenn ich in die Listen der Gipfel aber auch die Berge des Pamir/Tienshan und sogar noch den Minya Konka östlich des Brahmaputra aufgenommen habe, so mag man mir diese evtl. zu weite Auslegung unter dem Titel "Die Berge des Himalaya" nachsehen.

Der Gebirgszug hat eine Länge von etwa 2500 km. Das nordwestliche Ende liegt bei 72 ° östlicher Länge und 37 ° nördlicher Breite. Das südöstliche Ende liegt bei 96 ° östlicher Länge und 29 ° nördlicher Breite. Der südlichste Punkt liegt in Nepal bei knapp unter 28 ° nördlicher Breite. 

Himalaya_nasa.jpg (674352 Byte)

Satellitenfoto des Himalaya (Nasa)

Entstehung des Himalaya

Der Himalaya ist eines der jüngsten Gebirge der Erde. Es ist entstanden durch das Aufeinanderstoßen der Kontinentalplatten des asiatischen Kontinents im Norden und des indischen Subkontinents im Süden.

Die Trift der Kontinentalplatten wird verursacht durch die Magmaströmungen im Erdinneren. Stoßen zwei Kontinentalplatten aufeinander, so wirken gewaltige Kräfte. Gesteinsmassen der Platten müssen in den aufeinanderstoßenden Randbereichen ausweichen. Durch Auffaltungen nach oben entstehen Gebirge, durch Ausweichen nach unten in die tieferen Magmaschichten schmilzt Gestein auf und dringt wieder nach oben. 

Ursprünglich lag zwischen den beiden Kontinentalplatten ein Meer mit mächtigen Sedimentschichten. Auf der indischen Platte gab es noch keine Flussebenen des Ganges oder des Indus. Am Südrand der asiatischen Platte lag der nördliche Teil Tibets, damals aber noch deutlich tiefer gelegen als heute. Mit dem Aufeinandertreffen der Kontinentalplatten wurde zunächst das dazwischen liegende Meer immer schmaler. Vor etwa 60 Millionen Jahren war es noch etwa 1200 km breit. Teile der nach unten abtauchenden indischen Platte schmolzen und drangen wieder in die Sedimentschichten des Meeresbodens auf. Die Trift führte zu Stauchungen des Meeresbodens, erste niedrige Gebirgszüge tauchten aus dem Meer auf. Ein vielleicht 2000 m hohes tibetisches Randgebirge lag nördlich des heutigen Hauptkammes und trennte das Gangesmeer vom Tibetmeer.

Vor 15 bis 7 Millionen Jahren hatten sich die Platten soweit angenähert, dass größere Teile des Meeresbodens herausgehoben wurden, sich übereinander schoben und in einzelne Schollen zerbrachen. Es bildete sich der vielleicht 4000 m hohe Ur-Himalaya südlich des heutigen Hauptkammes. Das tibetische Meer wurde immer kleiner.

Erst vor etwa 600 000 Jahren kam die Zeit der größten Hebungen. Das gesamte tibetische Plateau hob sich und verdrängte die Reste des tibetischen Meeres. Das ehemalige tibetische Randgebirge wurden zum Bestandteil des südlichen tibetischen Plateaus in seiner heutigen Höhenlage. Auf die Schichten des Ur-Himalaya schoben sich die Schichten der nördlicheren Zonen, die weiter nach Norden triftende und unter die asiatische Platte abtauchende indische Platte hob diese Schichten wiederum nochmals höher und stellte sie weiter auf. Gewaltige Hebungen von 7000 bis 8000 m fanden statt; es entstand der heutige Himalaya-Hauptkamm. Wir hätten heute im Himalaya Berge von 11 000 m Höhe oder mehr, wenn nicht gleichzeitig zur Hebung eine verstärkte Erosion eingesetzt hätte. Südlich des Himalaya hob sich der Boden ebenfalls, und das Gangesmeer verschwand.

Wann genau der Mount Everest als höchster Berg der Erde geboren war, lässt sich natürlich nicht sagen. Vielleicht ist er seit etwa 500 000 Jahren der höchste Berg, vielleicht aber auch erst seit 100 000 Jahren oder weniger. Denn erst hob sich das weiter nördlich gelegene tibetische Plateau mit dem ehemaligen tibetischen Randgebirge und dann erst der heutige Himalaya. Dieser Prozess der starken Hebungen des heutigen Himalaya-Hauptkammes hält auch heute noch an. Die Platte des indischen Subkontinents schiebt sich weiter mit einer Geschwindigkeit von etwa 5 cm pro Jahr unter die asiatische Platte, was zu weiteren Stauchungen und Hebungen der Erdkruste führt. Es kann sein, dass unsere Achttausender dadurch noch weiter wachsen, sofern nicht die gleichzeitig wirkenden Erosionskräfte einen mindest eben so großen Beitrag zur Abtragung des Gebirges leisten. Die Hebungen durch die Plattentektonik betragen heute zwischen 5 und 10 mm pro Jahr. Bei 10 mm pro Jahr würde ein Gipfel also in 100 Jahren um 1 m wachsen, wenn es die Erosion nicht gäbe. Wird der Mount Everest irgendwann ein 9000er sein?

Mehr über die Entstehung des Himalaya ist nachzulesen in:

Buchtitel: Mount Everest
Autoren: Toni Hagen, G.O. Dyhrenfurth, Ch. von Fürer, E. Schneider
Erscheinungsjahr: 1959
Verlag: Orell Füssli, Zürich
erhältlich: antiquarisch
Anzahl Seiten: 234
Anzahl Abbildungen: 31 Fotos s/w, 25 Skizzen, Reliefkarte 1:25000 des Everest-Gebietes
Inhaltsangaben: Toni Hagen: Vom Werden des höchsten Gebirges der Erde
G.O. Dyhrenfurth: Die bergsteigerische Erschließung der Everest-Gruppe
Ch. von Fürer: Die Sherpa des Khumbu-Gebietes
E. Schneider: Begleitworte zur Karte des Mount Everest-Gebietes

Grenzgebirge, aber keine Wasserscheide

Wohl fast jeder würde erwarten, dass das größte Gebirge der Welt gleichzeitig auch die Wasserscheide großer Ströme des Kontinents Asien ist. Dem ist aber überhaupt nicht so. Sämtliche Wasser, welche an den Nord- oder Südhängen des Himalaya einschl. des Karakorum entspringen, fließen nach Süden in den indischen Ozean. Der Himalaya ist keine Wasserscheide im System der großen Ströme Asiens.

Einen merkwürdigen Verlauf haben die Ströme Brahmaputra (Tsangpo) und Indus. Beide Flüsse entspringen in der Nähe des Kailash in Tibet. Der Brahmaputra (in Tibet heißt er Tsangpo) nimmt seinen Weg auf der Nordseite des Himalaya nach Osten, bis er schließlich ganz im Osten beim Namcha Barwa einen Durchbruch nach Süden zum indischen Ozean findet. Der Indus nimmt seinen Weg ebenfalls auf der Nordseite des Himalaya nach Westen, durchbricht das Gebirge an der Grenze zwischen dem Himalaya (im engsten Sinne) und dem Karakorum, fließt aber auch dort noch weiter nach Westen, bis er schließlich beim Nanga Parbat das Gebirge endgültig durchstößt, um seinen Weg nach Süden zum indischen Ozean zu nehmen. Brahmaputra und Indus sammeln das Wasser der südtibetischen Hochebene, der Indus zusätzlich das Wasser des Karakorum, und führen diese dorthin, wohin auch die Wasser vom Südhang des Himalaya fließen. Die Wasserscheide zum abflusslosen Gebiet in der Mitte Asiens sowie zum Südosten Asiens ist nicht der Himalaya, sondern der weiter nördlich gelegene Transhimalaya.  Brahmaputra (Tsangpo) und Indus sind Flüsse nördlich des ursprünglichen tibetischen Randgebirges, dessen Hebung vor der des südlicher gelegenen Hauptkammes stattfand. Sie blieben damit vom Hauptkamm getrennt; ja sie nehmen nicht einmal die Flüsse vom Nordhang der Hauptkette auf. Wohin aber fließt das Wasser vom Nordhang der Hauptkette nördlich Nepals?

Mit dieser Frage kommen wir zum auffallenden Verlauf der Flüsse, welche nördlich der Hauptkette des Himalaya entspringen, nicht aber zum Tsangpo oder Indus fließen, sondern die Hauptkette direkt nach Süden durchbrechen. Als Beispiele seien genannt: der Arun östlich des Makalu, der Kali Gandaki zwischen Annapurna I und Dhaulagiri I und der Marsyangdi Khola zwischen Annapurna II und Manaslu. Das auffallendste Beispiel ist der Arun. Nördlich der Hauptkette entwässert er ein Gebiet von etwa 30.000 qkm vom Shisha Pangma bis nördl. Sikkim. Warum fließt dieses Wasser am Nordhang der Hauptkette aber nicht nach Norden zum Tsangpo, sondern quer durch den Hauptkamm nach Süden? Die Geologen haben eine plausible Erklärung: Das vor etwa 60 Millionen Jahren entstandene tibetische Randgebirge war damals der wesentliche, wenn auch noch niedrige Gebirgskamm in west-östlicher Richtung. Dieser Gebirgskamm, der nördlich des heutigen Hauptkammes lag, hatte sein natürliches Entwässerungssystem nach Süden und Norden, mit dem Arun als einem der Flüsse an seinem Südhang. Der Arun mit Fließrichtung nach Süden existierte also, bevor sich der Hauptkamm des Himalaya hob. Mit der Hebung grub sich der Arun laufend tiefer in die sich hebenden Gesteinsschichten ein, und er tut dies bis zum heutigen Tag. Arun, Marsyangdi Khola und Kali Gandaki bilden mit bis zu 7000 m Höhenunterschied zu den benachbarten Achttausendern die tiefsten Schluchten der Erde.

Die Nationalparks in Nepal

 

Übersicht über den Karakorum

                                                 Übersichtskarte über Karakorum und Hindukush

Hinweise zum Wetter

Trotz vieler Möglichkeiten der Vorabinformation und erkennbarer Regeln für die Wahrscheinlichkeit bestimmter Wetterlagen zu bestimmten Jahreszeiten muss man sich darüber im Klaren sein, dass man in ein Hochgebirge reist, in dem die Wetterbedingungen überraschend schnell wechseln können. Der Himalaya ist ein Hochgebirge der Extreme, und dies gilt auch für das Wetter. Auch in den Zeiten der sog. Hochsaison muss mit Schneefall, Sturm und niedrigen Temperaturen gerechnet werden. Je höher die angestrebten Trekking-Ziele liegen, um so gefährlicher werden diese überraschenden Wetterwechsel. Von den Gefahren, welche die Besteiger der 6000er bis 8000er zu beachten haben, will ich hier erst gar nicht reden.

Der Himalaya einschl. Karakorum weist sehr unterschiedliche Klimazonen auf. Dies ergibt sich aus vielerlei Einflüssen: 

Er erstreckt sich über 9 Breitengrade von 28° bis 37° nördlicher Breite und reicht damit von den Subtropen bis in die gemäßigte Zone.

Die Regenzeit des Sommermonsun auf dem indischen Subkontinent beeinflusst auch große Teile des Himalaya, den Nordwesten allerdings weniger bis gar nicht

Das Gebirge selbst ist eine Klimascheide zwischen dem feuchten Süden und dem trockenen Norden.

Die Masse der einzelnen Gebirgsbereiche erzeugt ein eigenes lokales Klima mit überraschenden Wechseln.

Der Sommermonsun mit seinen hohen Niederschlagsmengen erreicht den östlichen Himalaya und Nepal in der Regel Anfang Juni, den Himalaya im Norden Indiens etwa Mitte Juni und den Nanga Parbat Anfang Juli. Der Karakorum und die Hochfläche von Ladakh sind den Einflüssen des Monsun direkt so gut wie gar nicht ausgesetzt. Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen des Monsun nehmen nach Nordwesten hin ab. Der Sommermonsun endet im Laufe des September. Es gibt Ausnahmejahre, in denen sich Beginn oder Ende des Monsuns um bis zu 2 Wochen nach vorne oder hinten verschieben. Hinsichtlich der Niederschlagsmengen in den Monsunmonaten gibt es lokal sehr starke Unterschiede. Da die Monsunwinde aus Süd bis Südwest kommen, liegen zumindest die Täler nördlich der hohen Gebirgsketten im Windschatten und verzeichnen erheblich niedrigere Niederschlagsmengen. Ein deutliches Beispiel hierfür ist das Marsyangdi-Tal nördlich der Annapurna-Kette, wo schon fast ein wüstenhaftes Klima herrscht. Dennoch ist in den Monsunmonaten auch hier mit mehr Bewölkung zu rechnen. Nach Tibet hinein reicht der Einfluss des Monsun nur sehr bedingt, die Bewölkung kann aber auch hier stärker als gewöhnlich sein. Ab Höhen von 4000 bis 5000 m ist der Monsun immer eine Gefahr, weil er große Schneehöhen, starke Winde und relativ niedrige Temperaturen bringen kann. 

Siehe hierzu auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Indischer_Monsun 

Die Jahreszeit des Winters macht sich je nach Region und Höhenlage ganz unterschiedlich bemerkbar. Auf jeden Fall muss man sich in den Wintermonaten verstärkt auf extreme und gefährliche Wetterlagen einstellen.

In Nepal, im östlichen Himalaya und im indischen Garhwal sind die Monate November bis März als Wintermonate zu zählen. Da diese Zone aber im Bereich niedriger Breitengrate liegt, liegen die Temperaturen zumindest in Höhen von 1000 bis 3000 m noch relativ günstig, d.h. bei 20 ° am Tag und bei 5 ° in der Nacht, von richtigen Schlechtwettertagen einmal abgesehen. In Lagen oberhalb 3000 m können die Temperaturen allerdings deutlich winterlicher werden (nachts -10 bis -20°), und dort ist auch mit größeren Schneehöhen zu rechnen. Häufig sind die Morgen klar, während sich nachmittags Wolken bilden. Die Niederschlagsmengen sind in den Wintermonaten relativ gering, gemessen in Schneehöhen können sich aber durchaus kritische Lagen ergeben. Winterstürme im Dezember und Januar sind in Lagen oberhalb 4000 m eine ernsthafte Gefahr. Im Februar und März, ja manchmal sogar noch im April bleiben Überraschungen in Form von großen Neuschneemengen schon ab etwa 2500 m nicht aus.

Im nordwestlichen Himalaya (Hindukush, Karakorum, Nanga Parbat, Ladakh/Zanskar) ist der Winter viel deutlicher ausgeprägt - bedingt durch die höheren Breitengrade. Auf den Hochebenen von Ladakh und Zanskar ist der Winter besonders lang (Oktober bis Juni) und geprägt durch arktische Verhältnisse mit wenig Niederschlag und trockener Luft. Im übrigen Bereich ist Winter von November bis Mai mit niedrigen Temperaturen schon ab etwa 2000 m und viel Schneefall und Stürmen von Dezember bis März. In größeren Höhen zählt auch schon der Oktober als Wintermonat. 

Nimmt man die Regelverhältnisse von Sommermonsun und Wintermonaten als Maßstab, so kann man folgende Zeiten als geeignet für Trekking-Touren werten:

Garhwal, Nepal und östl. Himalaya: April + Mai
Oktober + November
Dezember bis März unterhalb 3500 - 4000 m
Ladakh Juli bis September
Nordwestl. Himalaya mit Karakorum Juni bis September

Besondere Wetterlagen können die Möglichkeiten innerhalb der genannten Zeiten einschränken, können aber andererseits auch Möglichkeiten außerhalb der genannten Zeiten eröffnen. Letzteres gilt insbesondere für die Monate Dezember bis März im südlichen Himalaya. Günstige Wetterfenster und geeignete Schneeverhältnisse können auch im Winter Touren bis über 5000 m ermöglichen, vorausgesetzt man ist sehr erfahren und trägt eine Ausrüstung, mit der man einem Schlechtwettereinbruch und sehr niedrigen Temperaturen standhalten kann.

Gute Informationen zum Wetter in Nepal findet man unter http://www.nepal-dia.de/nepal_reisetips_informationen/R__zeit_Reisezeit_Nepal/r__zeit_reisezeit_nepal.html

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Copyright © Guenter Seyfferth, 2006. Aktualisierter Stand vom 16.11.2009 . Alle Rechte vorbehalten. 

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