Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

Mount Everest, K2, Kangchenjunga, Lhotse, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Broad Peak, Annapurna I, Gasherbrum, Shisha Pangma und viele andere

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Annapurna Himal

 

( Die Karte ist im Großformat mit einer Breite von 2560 Pixel hinterlegt.)

    Hier können Sie eine Karte des Annapurna Himal mit Damodar und Peri Himal öffnen!

Quellen der Detail-Informationen:

- Annapurna 1:100.000, Nepal-Kartenwerk der Arbeitsgemeinschaft für vergleichende
  Hochgebirgsforschung Nr. 9
- Nepa Maps, Annapurna 1:100.000
- Nepa Maps, Mustang 1:60.000
- Finmap: Sheet 2883-04, Muktinath; 1:50.000
- Finmap: Sheet 2883-07, Koban; 1.50.000
- Finmap: Sheet 2883-08, Tilicho, 1:50.000
- Finmap: Sheet 2883-12, Ghandruk, 1:50.000
- Finmap: Sheet 2884-01, Damodar Himal, 1:50.000
- Finmap: Sheet 2884-05, Chame, 1:50.000
- Finmap: Sheet 2884-06, Bagarchap
- Finmap: Sheet 2884-09, Lamjun Himal, 1:50.000
- Finmap: Sheet 2884-10, Bahundada, 1:50.000

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

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Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya
- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"  
- Gipfelliste - Gipfel in Nepal
- Achttausender - Annapurna I 
- Hohe Siebentausender - Annapurna II 
- Aussichtspunkte - Pisang Peak 
- Aussichtspunkte - Kang La 
- Aussichtspunkte - Poon Hill
- Aussichtspunkte - Himalaya-Flug
- Passübergänge - Kang La
- Passübergänge - Thorong La
- Passübergänge - Mesokantu La
- Passübergänge - Namung Bhanjyang 
- Bildergalerien - Annapurna-Gippfelexpeditionen
 
- Bildergalerien - Annapurna Circuit 
- Bildergalerien - Annapurna Sanctuary 

Beschreibung der Topografie der Region und Hinweise zu Besteigungen:

Der Annapurna Himal ist Bestandteil des Hauptgebirgszugs des Himalaya, wie auch die unmittelbare Fortsetzung im Westen, der Dhaulagiri Himal, und die unmittelbare Fortsetzung im Osten, der Manaslu Himal. Nördlich des Annapurna Himal liegen - noch auf nepalesischem Staatsgebiet - zwei weitere größere Gebirgsketten: der Damodar Himal und der Peri Himal. Im Westen sind Annapurna Himal und Damodar Himal durch das Tal des Kali Gandaki vom Dhaulagiri Himal getrennt, im Osten ist das Tal des Marsyangdi Khola bzw. dessen Nebenfluss Dudh Khola die Trennlinie zwischen Annapurna Himal bzw. Peri Himal und Manaslu Himal. Das Tal des Oberlaufs des Marsyandi Khola trennt den Annapurna Himal von Damodar- bzw. Peri Himal.

Im Annapurna Himal gibt es so gut wie keine Talgletscher, d.h. die Vergletscherung beschränkt sich im Wesentlichen auf die Hängegletscher an den Gebirgshängen. Der Grund hierfür ist die relativ tiefe Lage der Täler, die auf dem 28. Breitengrad für zu hohe Durchschnittstemperaturen sorgt, als dass sich das von den Hängen abfließende Eis auch noch auf den Talsohlen halten könnte. Z.B. liegt der Ort Manang am oberen Ende des Marsyangdi Khola auf 3500 m Höhe. Das Tal des Kali Gandaki liegt gar auf Höhen unterhalb von 2600 m.


Der westliche Teil des Annapurna Himal vom Nordostgrat des Dhaulagiri I
(im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Von links: Nilgiri North (7061 m), Nilgiri Central (6940 m), Nilgiri South (6839 m), Roc Noir (Kangshar Kang, 7485 m, über dem Nilgiri South), Annapurna I (8091 m), Fang (Bharha Chuli, 7647 m)
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der Kamm des Annapurna Himal ist im Westen gegabelt. Auf dem nördlichen "Zweig" liegen die Siebentausender Tilicho Peak (7134 m, Erstbesteigung 1978) und Nilgiri (7061 m, Erstbesteigung 1962). Vom Verzweigungspunkt Roc Noir (Kangshar Kang, 7485 m, Erstbesteigung 1969) verläuft dieser Zweig zunächst nach Nordwesten, schwenkt am Tilicho Peak nach Westen, und nimmt schließlich am Nilgiri Nord die Richtung nach Süden mit dem Nilgiri Süd als Endpunkt. Auf dem südlichen Zweig, der zunächst nach West-Süd-West und dann nach Süden verläuft liegt die Annapurna I (8091 m, Erstbesteigung 1950), der Fang (Bharha Chuli, 7647 m, Erstbesteigung 1980) und die Annapurna South (7219 m, Erstbesteigung 1964). An der Annapurna South gibt es noch den "Abzweig" nach Osten zum Hiunchuli (6441 m, Erstbesteigung 1971).

Das fast geschlossenen Rund der Gipfel zwischen diesen beiden westlichen Zweigen wird vom Nilgiri Khola, der in den Miristi Khola mündet, nach Südwesten entwässert. Die Schlucht ist in ihrem unteren Teil vollkommen unzugänglich. Dies zwang die Erstbesteiger der Annapurna I, die französische Expedition unter Leistung von Maurice Herzog, im Jahr 1950 am Osthang des Kali Gandaki auf einem gefährlichen Pfad hoch hinauf zum Thulobugin-Pass (4310 m) zu steigen und jenseits hinunter zum Talboden des Miristi Khola am Nord-Annapurna-Gletscher. 


Blick vom Thulobugin-Pass (4310 m) zur Westflanke der Annapurna I
Von links: Annapurna I (8091 m), Westgipfel, Fang (Bharha Chuli, 6747 m), 
Annapurna South (7219 m)
Foto: Peter Kilby, picasaweb.google.com

Diesen Weg nehmen auch heute noch alle Expeditionen zur Nordflanke der Annapurna I. Es ist kein Weg für Trekker. Die Nordflanke der Annapurna I ist stark vergletschert und extrem durch Lawinen gefährdet. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Annapurna I der Achttausender mit der höchsten Todesrate unter den Bergsteigern ist. Die Annapurna I ist der erste bestiegene Achttausender.


Nordflanke der Annapurna I
Foto: Tomaz Humar, www.humar.com

Der Miristi Khola mündet bei Tatopani (1190 m) in den Kali Gandaki. Der Kali Gandaki entspringt im Norden an der tibetischen Grenze und durchschneidet das Gebirge des Himalaya von Nord nach Süd. Der Fluss hat bereits existiert, bevor sich das Gebirge unter dem Druck der Kontinentalverschiebungen hob. Mit der Hebung grub er sich immer tiefer in das neue Gebirge. Nur so ist es erklärbar, dass der Fluss nördlich des Hauptgebirgszuges entspringt und nach Süden zur indischen Tiefebene fließt. Ähnlich verhält es sich mit dem Arun östlich des Everest-Gebietes oder auch mit dem Indus am Südrand des Karakorum.

Es wird oft behauptet, dass das Tal des Kali Gandaki der tiefste Taleinschnitt der Erde sei. Westlich von Larjung (2550 m) steht der Dhaulagiri I (8167 m) und östlich die Annapurna I (8091 m). Die Tiefe des Tals beträgt unter der Verbindungslinie zwischen beiden Gipfeln 5590 m. Die tiefste Schlucht der Erde ist das Tal des Kali Gandaki damit allerdings nicht, sondern es ist das Tal des Hunza-Flusses im Karakorum.
Zwischen dem Batura I (7794 m) und dem Rakaposhi (7788 m) liegt der Talboden bei der Ortschaft Ghulmet auf 1920 m Höhe. Das Tal des Hunza ist dort also 5870 m tief..


Tilicho (7134 m, links) und Nilgiri North (7061 m) aus dem Tal des Kali Gandaki bei Syang südlich von Jomosom
Foto: Chee Yang Teo, picasaweb.google.com

Der Kali Gandaki durchfliest zunächst im Norden die wüstenhafte Region Mustang und kommt dann erst zwischen den Orten Kagbeni (2800 m) und Jomosom (2720 m, Flughafen) in die Regionen mit langsam zunehmenden Niederschlagsmengen. Ab Marpha (2670 m; hier kommt der Trekkingpfad vom Dhampus-Pass herunter) ist dann Ackerbau und Obstanbau in nennenswertem Umfang ohne aufwändige künstliche Bewässerung möglich. Ab hier nimmt auch die Bewaldung der Hänge zu, ein deutliches Zeichen für größere Niederschlagsmengen.


Im Tal des Kali Gandaki nördlich von Larjung (2550 m) mit Blick auf den Dhaulagiri I (8167 m)
Foto: Chee Yang Teo picasaweb.google.com

Der Talboden ist bis zum Ort Kalapani (2530 m) breit und eben, so dass der Fluss zwischen den Talseiten hin und her mäandert. Weiter nach Süden hat er sich dann aber zwischen eng zusammentretenden Berghängen schluchtartig eingegraben. Bei Tatopani (1190 m) tritt er schließlich aus dem Hochgebirge heraus. 

Leider haben es die Nepalesen inzwischen fertiggebracht, eine "Straße" das Tal hinauf zu bauen, so dass man sogar noch im hochgelegenen Wallfahrtsort Muktinath auf 3760 m Höhe von den Staub- und Abgasfahnen der Jeeps eingenebelt wird. Dies dürfte immer mehr Trekker veranlassen, das Tal nach ihrer Tour bereits oben in Jomosom mit dem Flugzeug zu verlassen, so dass die Orte weiter unten das Nachsehen haben werden. Es ist auch möglich, dass die Zahl der Trekker auf dem berühmten Annapurna-Circuit generell zurückgehen wird. Allerdings gibt es auf der Ostseite des Tales einen Pfad ohne Autoverkehr, der nach und nach bei den Trekkern bekannt wird.

Vom Verzweigungspunkt der Hauptkette am Roc Noir (Kangshar Kang, 7485 m, Erstbesteigung 1969) verläuft die Hauptkette des Annapurna Himal nach Osten mit den Gipfeln Glacier Dome (Tarke Kang, 7193 m, Erstbesteigung 1964), Gangapurna (7455 m, Erstbesteigung 1965), Annapurna III (7555 m, Erstbesteigung 1961), Annapurna IV (7525 m, Erstbesteigung 1955), Annapurna II (7937 m, Erstbesteigung 1960) und Lamjung Himal (1983 m, Erstbesteigung 1974). 

Nach Süden hin sind der Hauptkette grüne Vorberge mit Höhen um die 3000 bis 4000 m vorgelagert. Es gibt aber in der Mitte der Hauptkette auch einen nach Süden abzweigenden kurzen Ausläufer der hohen Gipfel. Von der Annapurna III zweigt er ab zum "heiligen Berg" Machhapuchare (6997 m), ein äußerst kühner Gipfel, der das gesamte Vorland beherrschend überragt. Sein Name bedeutet "Fischschwanz", weil sein Gipfel von Südwesten gesehen der Flosse eines Fischschwanzes ähnelt. Der Machhapuchare ist unbestiegen; es wird keine Erlaubnis zu seiner Besteigung erteilt.

Von Süden kann der Annapurna Himal bereits von der Provinzhauptstadt Pokhara (Flughafen) gut betrachtet werden oder vom benachbarten Aussichtspunkt Sarangkot:


Blick von Sarangkot oberhalb von Pokhara zum westlichen Teil des Annapurna Himal.
Von links: Annapurna South (7219 m), Hiunchuli (6641 m, der niedrige vorgelagerte Gipfel), Annapurna I (8091 m, im Hintergrund links der Bildmitte direkt neben dem Hiunchuli),
Roc Noir (Kangshar Kang, 7485 m, Bildmitte), Machhapuchare (6997 m)
Foto: Catherine Witczak, picasaweb.google.com


Blick von Sarangkot oberhalb von Pokhara zum mittleren Teil des Annapurna Himal
Von links: Machhapuchare (6997 m), Annapurna III (7555 m), Annapurna IV (7525 m), 
Annapurna II (7937 m)
Foto: Catherine Witczak, picasaweb.google.com


Der verbotene und unbestiegeneMachhapuchare (6997 m)
Foto: Catherine Witczak, picasaweb.google.com


Blick von Sarangkot oberhalb von Pokhara zum östlichen Teil des Annapurna Himal
Von links: Annapurna IV (7525 m), Annapurna II (7937 m), Lamjung Himal (6983 m)
Foto: Catherine Witczak, picasaweb.google.com

Der westliche Teil des Annapurna Himal ist am besten zu überblicken entweder von Deurali (2000 m) oder noch besser von Poon Hill (3193 m) mit Aussichtsturm. Von Poon Hill bei Ghorepnai ist auch der gesamte Dhaulagiri Himal im Nordwesten im Blick. Von Süden her ist das Tal des Modi Khola der beliebteste Zugang in den engeren Bannkreis der Gebirgsriesen. Durch dieses Tal gelangt man zum sog. Sanctuary, dem Talkessel unter der Südwand der Annapurna I. 


Annapurna Basecamp (4130 m) mit Annapurna South (7219 m)
Foto: Mike Mellinger, flickr.com

Das dortige Annapurna Basecamp mit gemauerten Häusern auf 4130 m Höhe ist ein berühmter Aussichtspunkt im Amphittheater der umgebenden hohen Gipfel. Auch das etwas tiefer gelegene Machhapuchare Basecamp auf 3700 m Höhe besteht aus festen Unterkünften.


Blick vom Annapurna Basecamp (4130 m) zur Annapurna III (7555 m, ganz links), zum Ghandarba Chuli (6248 m) und zum Machhapuchare (6997 m)
Foto: Ben Tubby, flickr.com

Vom Annapurna Basecamp sind im Blick (im Uhrzeigersinn von Norden): Annapurna I (8091 m), Singu Chuli (6501 m), Tharpu Chuli (5695 m), Annapurna III (7555 m), Ghandarba Chuli (6248 m), Machhapuchare (6997 m), Hiun Chuli (6441 m), Annapurna South (7219 m), Fang (Bharha Chuli, 7647 m).


Die Südwand der Annapurna I (8091 m) vom Annapurna Basecamp (4130 m)
Foto: Andreas' Photos, flickr.com

Die Südwand der Annapurna I wurde erstmals im Jahr 1970 von einer britischen Expedition durchstiegen. Es war die erste Durchsteigung einer der großen Wände im Himalaya. Der lange Ostgrat (von rechts) wurde erstmals im Jahr 1984 von den Schweizern Norbert Joss und Erhard Loreatn begangen. Näheres zu den Besteigungen an der Annapurna I finden Sie hier.

Bleiben wir noch kurz auf der Südseite. Am Ostende der Hauptkette gibt es den Passübergang des Namun Bhanjyang (4900 m). Hier wandert man unter den Südostabhängen des Lamjung Himal (siehe folgendes Bild) hinüber ins Tal des Marsyangdi Khola bei Timang. 


Blick von Südosten zu Annapurna IV (7525 m), Annapurna II (7937 m)
und Lamjung Himal (6983 m)
Foto: Pierre Martin, www.picasaweb.google.com

Die Berge des Annapurna Himal werden nur sehr selten von der Südseite her bestiegen. Neben den technischen Schwierigkeiten und objektiven Gefahren ist ein sehr großer Höhenunterschied von den Talsohlen bis zu den Gipfeln zu überwinden. Außerdem ist diese Südflanke sehr überraschenden und heftigen Wetterwechseln ausgesetzt. Die warme Luft über dem Tiefland wird an der hohen Gebirgsmauer zum Aufsteigen gezwungen und kühlt dabei ab. Kältere Luft bindet weniger Feuchtigkeit, d.h. es bilden sich Wolken und Schneefall setzt ein. Für diesen Einfluss der extremen topografischen Verhältnisse sind auch der Dhaulagiri I und der Manaslu berüchtigt.

Der östliche Ausläufer des Annapurna Himal weist nur im Myabasa Danda noch einen Gipfel auf, der die 6000-Meter-Marke knapp übertrifft. Östlich dieses Berges liegt der Pass Namun Bhanjyang, dem sich der Wanderer auf dem folgenden Bild von Süden nähert:


Blick von Süden auf den Lamjung Himal (6983 m)
und den östlchen Ausläufer des Annapurna Himal
Foto: Pierre Martin, www.picasaweb.google.com

Der Lohn der Überschreitung des Passes ist die gute Aussicht auf die Gipfel des Peri Himal im Norden und des Manaslu Himal im Osten (siehe folgendes Bild).


Blick im Abstieg vom Namun Bhanjyang (4900 m) nach Osten zum Manaslu (8163 m)
(im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Links die Gipfel am Larkya La nördlich des Manaslu 
und links unten das Tals des Marsyangi Khola
Foto: Felix Faassen (leider nicht mehr online)

Die berühmte Umrundung des Annapurna Himal, der Annapurna Circuit, beginnt im Südosten in Besi Sahar (außerhalb der Karte) am Marsyangdi Khola. Der Trekker folgt hier dem Weg auf der Ostseite des Tales nach Norden. Auf keinen Fall sollte man sich verleiten lassen, dem Fahrweg auf der Westseite zu folgen, denn dort gerät man bald in die abenteuerlichen Versuche des Straßenbaus an den Steilhängen des Tales. Bisher machen immer wieder Bergrutsche alles zunichte, aber angeblich soll der Annapurna Circuit ab 2011 im Jeep möglich sein. Erst bei Syange (1100 m) wird die Talseite gewechselt, ab dort sogar mehrfach. Das Tal des Marsyangdi Khola ist bald eine enge Schlucht, die sich erst wieder beim Schwenk nach Westen langsam öffnet. Achtung: Wegen der Straßenbauarbeiten kann es überall kurzfristig zu großen Veränderungen kommen, die das Trekking sehr unangenehm machen.


Tal des Marsyangdi Khola bei Tal (1700 m)
Foto: Martin, picasaweb.google.com

Der zentrale Bereich des Annapurna Cicuit ist das Tal des Marsyangdi Khola im Norden des Annapurna Himal. Von Dharapani (1860 m) im Osten bis Bhratang (2850 m) ist das Tal noch relativ eng mit nur gelegentlicher Sicht auf Lamjung Himal, Annapurna II und Manaslu


Blick von Timang (2480 m) nach Osten zum Phungi (6538 m), Manaslu (8163 m),
Thulagi (7059 m) und Peak 29 (Ngadi Chuli, 7871 m)


Blick von Koto (2600 m) zum Lamjung Himal
und auf die Ostwand der Annapurna II (7937 m)
Foto: Jerome Bon, www.flickr.com

Bei Koto (2600 m) zweigt nach Norden die Schlucht des Naar Khola/Phu Khola ab, durch die der Weg in den Peri Himal oder zum Kang La führt. Östlich von Pisang betritt man dann auf etwa 3000 m Höhe den Bereich des Tales mit breiterem Talboden und weiterer Sicht. 


Blick auf Upper Pisang und den Chulu East (6429 m)
Foto: Rejselyst, www.flikcr.com

Die Hauptorte im Tal sind Pisang (Lower und Upper Pisang, 3200 bzw. 3300 m), Hongde (3280 m, Flughafen), Braga (3360 m) und Manang (3540 m). In Richtung Manang nimmt die Vegetation stetig ab. Am Nordhang sind Pisang Peak (6091 m) und Chulu East (6429 m) die markantesten Berge. Im Süden sind es natürlich die vergletscherten Annapurnas II, IV und III und zuletzt die Gangapurna, die aber erst kurz vor Manang sichtbar wird. In Manang kommt auch erstmals die weiße sog. Grande Barriere mit dem Tilicho Peak (7134 m) ins Blickfeld.

Wie immer ist die Sicht vom Talboden nicht immer die Beste. Auf dem Annapurna Circuit empfehlen sich deshalb zwei Varianten auf der Nordseite gegenüber den Annapurnas:

1. Von Lower Pisang hinauf nach Ghyaru (3670 m) und weiter über Nagawa (3660 m) nach Braga. Auf 
    dem gesamten Weg hat man das Panorama der Hauptkette des Annapurna Himal vor Augen.

2. Bereits von Koto (2600 m) nach Norden durch die Schlucht des Naar Khola nach Naar (4110 m) und
    von dort über den Kang La (5306 m) hinunter nach Nagawa und Braga. In Naar befindet man sich
    sozusagen auf der Rückseite des Pisang Peak. Vom Kang La besteht eine überragende Aussicht
    auf die Hauptkette hinüber bis zum Tilicho Peak. Sogar die Annapurna I ist von hier zu sehen, die
    sonst vom Annapurna Circuit überhaupt nie zu sehen ist. Sogar die Dhaulagiris sind in der Ferne
    erkennbar. Im Osten stehen die Gipfel des Peri Himal.


Blick vom Kang La (5306 m), dem Übergang von Naar ins Tal des Marsyangdi Khola,
zur Annapurna II (7937 m), Annapurna IV (7525 m), Annapurna III (7555 m),
Gangapurna (7454 m) und Annapurna I (8091 m)
(im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Im Talgrund liegt der Ort Hongde mit dem kleinen Flughafen.
Foto: Gilles Privat, www.flickr.com

Der Kang La ist von beiden Seiten unschwer zu begehen, sofern kein Neuschnee liegt. Im Abstieg nach Süden kommt man zunächst durch den Ort Nagawa (3650 m), bevor man nördlich von Hongde den Talgrund auf 3300 m Höhe erreicht.


Blick vom Abstieg in der Südrampe des Kang La zur Annapurna-Hauptkette
(im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Von links: Annapurna III (7555 m), Gangapurna (7454 m), Annapurna I (8091 m, unmitelbar davor der Roc Noir) und die Grande Barriere mit dem Tilicho (7134 m).
Sogar die Dhaulagiris sind im Hintergrund rechts zu sehen.
Foto: Zphoto, www.flickr.com


Blick vom Pisang Peak (6091 m) nach Westen
Von links: Gangapurna (7454 m), Annapurna I (8091 m), Tilicho (7134 m, Bildmitte), 
Dhaulagiri II (7751 m,
direkt rechts neben Tilicho)
(im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Foto: Lyngve Skrede, www.picasaweb.google.com

Beim Ort Manang (3540 m) treffen zwei Täler zusammen: 
- von Westen der Oberlauf des Marsyangdi Khola, der in der Nähe des Tilicho Lake am Tilicho Peak
  entspringt. Dieses Tal hinauf führt der Trekk zum Tilicho Lake und von dort weiter über einen der Pässe
  nördlich des Mesokantu La hinüber ins Tal des Kali Gandaki (siehe beide folgenden Bilder).
- von Norden das Tal des Thorong Khola, der am Fuß des Damodar Himal entspringt. Durch dieses Tal 
  setzt sich der Annapunrna Circuit fort hinauf zum Thorong La und von dort nach Westen über 
  Muktinath ins Tal des Kali Gandaki.


Blick aus der Nähe des Ice Lake oberhalb von Braga nach Westen
Im Vergleich zum vorherigen Foto ist es dieselbe Blickrichtung zum Tilicho (7134 m). Das Tal in Bildmitte führt hinauf zum Tilicho Lake und weiter zum Mesokantu La. In der Mitte unten sind Häuser von Manang sowie der Gletschersee des Gangapurna-Gletschers zu sehen. 
Der spitze Gipfel links der Bildmitte ist der Roc Noir (Kangshar Kang, 7485 m). 
Das Tal vom Gletschersee nach rechts führt zum Thorong La.
Foto: Anthony, picasaweb.google.com

Wer die gesamte Kette des Annapurna Himal entlang gehen will, nimmt den Weg über den Tilicho Lake und den Mesokantu La. Diese Route hinüber ins Tal des Kali Gandaki bietet im Vergleich zur Überschreitung des Throrong La mehr spektakuläre Aussichten auf die hohen Gipfel, und sie ist nicht so überlaufen. Zunächst führt der Weg am Gegenhang an der Nordflanke der Gangapurna (7455 m) entlang, auf einem Teilstück in einem Bergrutschgebiet mit bizarren Felsformationen. Vom letzten Gebäude mit Übernachtungsmöglichkeit, dem Tilicho Basecamp, steigt das Tal steil an unter den vergletscherten Nordhängen von Glacier Dome (7193 m) und Roc Noir (7485 m) vorbei, bis der Tilicho Lake (4920 m) erreicht ist.
Im Rückblick entlang des Tales des Marsyangdi Khola sieht man die Chulu's, Kang Guru, Pisang Peak und Manaslu (siehe folgendes Bild). Die Chulu-Gipfel und der Pisang Peak zählen zum Damodar Himal, der Kang Guru zum Peri Himal.


Blick vom Aufstieg zum Tilicho Lake nach Osten mit den Chulu-Gipfeln (6584 m, links), Kang Guru (6981 m), Pisang Peak (6091 m) und Manaslu (8163 m)
(im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Foto: Bryce Nichol, www.picasaweb.google.com; Beschriftung: Günter Seyfferth


Der 4 km lange Tilicho Lake (4900 m) mit dem Mesokantu La im Hintergrund
(im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Am See führt kein Weg entlang. Zum Mesokantu La muss man rechts (außerhalb des Bildes)
einen Höhenweg nehmen.
Foto: Oleg Bartunov, www.flickr.com;
Beschriftung: Günter Seyfferth

Dieser 4 km lange See unter den Eisflanken der Grand Barriere mit dem Tilicho Peak (7134 m) ist ein wahres Naturwunder, allerdings meist erst ab Mitte Mai eisfrei. Jenseits des Sees erkennt man den Mesokantu La. Um zu diesem Pass zu gelangen, muss ein Höhenweg nördlich des Sees gegangen werden; direkt am See entlang gibt es keine Möglichkeit, die Felswände am Nordufer zu passieren. Am Südufer gibt es ohnehin wegen der Gletscherbrüche, die bis ins Wasser reichen, kein Durchkommen.

Der eigentliche Mesokantu La selbst wird in der Regel nicht überschritten, weil man jenseits in militärisches Sperrgelände gerät. Statt dessen gibt es nordöstlich die Wahl zwischen drei Passagen mit guter Aussicht auf den Manaslu Himal im Osten und den Dhaulagiri Himal im Westen. Im Norden erstrecken sich die weniger spektakulären Berge des Muktinath Himal hinüber zum Thorong La und dem Beginn des Damodar Himal.


Blick vom Pass C (5450 m) nordöstlich des Mesokantu La nach Südwesten 
mit Nilgiri North (7061 m), Dhaulagiri I (8167 m) und Tukuche Peak (6920 m)
(im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Der Mesokantu La befindet sich am linken Bildrand hinter dem mit Schnee bedeckten Hügel.
Foto: Philippe Chevalier, www.picasaweb.google.com

Der Abstieg nach Westen führt unter der Nordflanke des Nilgiri entlang über fast 2700 Höhenmeter hinunter ins Tal des Kali Gandaki bei Jomosom.


Blick vom Abstieg vom Mesokantu La in ca. 3950 m Höhe zur Nordwand des Nilgiri (7061 m)
Foto: Marc DK, www.picasaweb.google.com

 

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Copyright © Guenter Seyfferth, 2006. Aktualisierter Stand vom 11.06.2014 . Alle Rechte vorbehalten.

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