Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

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Karakorum - Snow Lake - Biafo Glacier

 

Quellen der Detail-Informationen:

- A Study of Karakorum & Hindukush Mountains, Edited by Tsuneo Miyamori & Sadao Karibe, 
  Map no. 7 - Hispar Glacier & Shimshal, 1 : 150.000
  Map no. 8 - Biafo Glacier and Skardu

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya 
- Karakorum Übersicht 

- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"
- Gipfelliste "Berge im Karakorum"
- Gletscher im Karakorum
- Passübergang Hispar La 
- Bildergalerien zum mittleren Karakorum 

Beschreibung der Topografie der Region:


Der Snow Lake von Süden nach Norden. Die Zelte stehen an der Stelle, wo die Route östlich des Hispar La nach Südosten zum Biafo-Gletscher schwenkt. Im Hintergrund rechts der Bildmitte der Lukpe Lawo Brakk (6593 m)
Foto: www.karakoram-ski-expedition.com

Der Snow Lake ist eine weitläufige gleißende Ebene aus Schnee in 4700 bsi 5000 m Höhe, die an Bilder von Regionen in der Arktis oder der Antarktis erinnert. Er ist Teil des Great Karakorum im Übergang zwischen den Gipfeln des Baltoro Muztagh und des Hispar Muztagh. Die Ebenen von Snow Lake und Sim-Gang-Gletscher sind umrahmt von Gipfeln zwischen 6000 und 6600 m Höhe. Nur der Baintha-Brakk (Ogre) im Südosten nimmt mit seinen 7284 m Höhe und seiner abweisenden Nordwand eine Ausnahmestellung ein. 


Die Nordwand des Baintha Brakk (7284 m, links) vom Sim Gang-Gletscher
Foto: www.karakoram-ski-expedition.com

Mehrere Passübergänge führen aus diesem Gletscherbecken heraus über die angrenzenden Gipfelketten. Der Hispar La (5150 m) im Westen ist der Übergang vom Hispar-Gletscher (siehe Karte und Beschreibung des Hispar-Muztagh). Der Khurdopin-Pass im Norden ist der Übergang ins Shimshal-Tal, der Lukpe La im Osten ist der Übergang in das unbewohnte Tal des Nord-Braldu, das weiter zum Shaksgam und zur chinesischen Grenze führt. Aus dem Braldu-Tal gelangt man über den Shimshal-Pass ebenfalls nach Westen in das Shimshal-Tal und weiter zum Karakorum-Highway bei Pasu.


Aufstieg von Norden vom Braldu-Gletscher zum Lukpe La. 
Im Hintergrund der Bobishgir (6416 m)
Foto: www.karakoram-ski-expedition.com

Die Pässe Skam La und Sim La im Südosten leiten hinüber zum Nobande-Sobande - bzw. zum Choktoi-Gletscher, die sich weiter im Südosten zum Panmah-Gletscher vereinen. Der Panmah-Gletscher wiederum ist die Quelle des Dumord, der in den Süd-Braldu mündet. Auf dem berühmten Baltoro-Trek wird der Dumord auf der Hängebrücke bei Jhula überquert (siehe Karte und Beschreibung des Baltoro Muztagh).

All diese Passüberschreitungen mit den beidseitigen Gletscherbegehungen setzen Erfahrung im Hochgebirge und die entsprechende Ausrüstung voraus. Der Snow Lake mag bei Sonnenschein und mit seiner absoluten Ruhe freundlich und harmlos erscheinen. Tiefe Spalten - häufig durch dicke Neuschneeauflagen verdeckt - mahnen zu großer Vorsicht.


Die kühnen Felsgestalten am Südwestrand des Snow Lake im Übergang zum Biafo-Gletscher, der auf dem Foto nach links abfließt. Rechts über den Zelten der Sosbun Brakk (6413 m).
Foto: www.karakoram-ski-expedition.com

Der Snow Lake ist das Nährgebiet des nach Südosten gerichteten Biafo-Gletschers, einer der weiteren ganz großen Gletscher des Karakorum. Mit 66 km Länge (einschl. seines Nährgebietes im Snow Lake). und einer Breite bis zu 3,5 km hat er wahrhaft gigantische Ausmaße.  Schon am Übergang vom Snow Lake in den Gletscher stehen im Südwesten einige imposante Zinnen aus Fels, die keinen Namen tragen. Dann folgen die Felstürme des Sosbun Brakk (6413 m) auf der rechten und des Uzun Brakk (6422 m) auf der linken Gletscherseite. Etwa auf halber Länge öffnet sich schließlich auf der Nordostseite ein Seitental mit den berühmten Felszinnen des Baintha Brakk oder Ogre (7284 m) und der Latok-Gruppe (7145 m). 

Der Baintha Brakk (Ogre) ist ein äußerst schwieriger Berg, dessen Erstbesteigung im Jahr 1977 Geschichte machte, weil sich der Brite Doug Scott beim Abseilen unmittelbar unter dem Gipfel beide Fußknöchel brach. Er konnte sich fortan nur noch auf den Knien vorwärts bewegen. Sein Seilpartner Chris Bonington stürzte beim weiteren Abstieg ins Seil und brach sich mehrere Rippen. Zwei Bergsteiger aus der Mannschaft waren ihnen zur Rettung entgegen gekommen. In schlechtem Wetter erreichten sie schließlich nach 9 Tagen das Basislager, Doug Scott auf Händen und Knien - vom Wandfuß noch fünf Kilometer über den Uzun-Brakk-Gletscher robbend. Von hier wurde Scott von Trägern 40 km weit nach Askole gebracht. Alle hatten überlebt! Die zweite Besteigung des Ogre erfolgte erst 24 Jahre später im Jahr 2001.


Der Baintha Brakk (Ogre) von Baintha an der Einmündung des Uzun-Brakk-Gletschers in den Biafo-Gletscher. Von links: Ogre I (7284 m), Ogre III (6880 m), Latok II (7108 m).
Foto: nunkun, summitpost.org

Beim Lagerplatz Baintha an der Einmündung des Baintha-Lukpar-Gletschers kann ein leichter Aussichtsgipfel erstiegen werden, um einen Überblick über den gewaltigen Gletscher und die ihn umgebenden Felszinnen zu gewinnen.

Der Biafo-Gletscher ist zusammen mit dem Hispar-Gletscher der klassische Übergang zwischen dem Zentrum des Karakorum, dem Baltoro, und dem Hunza-Tal im Nordwesten. Im Bereich des Snow Lake ist der Gletscher auch im Sommer schneebedeckt, weiter nach Südosten bis zur Einmündung des Baintha-Lukpar-Gletschers führt die Route aber schon über blankes Eis. Ab Baintha (hier befindet sich ein Lagerplatz mit Wiesen und einem kleinen See) führt die Route weiter hinter der nordöstlichen Moräne entlang. Nach 10 km muss dann auf die südwestliche Seite gewechselt werden, wo hinter der Moräne die Lagerplätze Mango und Namla liegen. Schließlich wird die Stirnmoräne bei der Einmündung des Biafo-Gletschers in das Tal des Süd-Braldu auf 3100 m Höhe erreicht. Hier hat man nur noch 2 Sttunden Fußweg nach Askole, dem Ausgangspuntk des berühmten Baltoro-Treks.

Die Berge im Osten im Bereich der Gletscher Nobande- Sobande und Choktoi sind - abgesehen von Baintha Brakk und Latok-Gruppe - weniger beeindruckend. Die höheren Berge des Baltoro Muztagh im Südosten sind weiter entfernt und nur über weitere Seitentäler erreichbar. Das gesamte Gebiet ist ebenfalls stark vergletschert, so dass auch hier das Trekking Erfahrung in der Begehung von Gletschern voraussetzt. 


Blick vom Skam La nach Osten mit den Bergen der Choktoi-Gruppe im Vordergrund
und dem K2 (8611 m) im Hintergrund rechts der Bildmitte
Foto: www.karakoram-ski-expedition.com

Nur wenige Gruppen erkunden diese Gegend direkt an der chinesischen Grenze. Wenn, dann wird meist die Route über den Skam La und den Nobande-Sobande-Gletscher genommen, die zunächst ebenfalls direkt über den Gletscher führt und erst in der unteren Hälfte hinter der östlichen Moräne. Schließlich wird das nach Süden verlaufende Dumord-Tal erreicht, wo man bei der Einmündung in das Tal des Süd-Braldu auf die Route des Baltoro-Trek stößt. Die Karte mit dem Übergang zum Baltoro-Gletscher finden Sie hier.


Der obere Biafo-Gletscher von einem Aussichtshügel bei Baintha aus gesehen. Rechts der Sosbun Brakk (6413 m). Man mache sich bewusst: Der Gletscher ist an dieser Stelle 3 km breit!
Foto: Alan, picasaweb.google.com


Der untere Biafo-Gletscher (außerhalb obiger Karte) von einem Aussichtshügel bei Baintha gesehen. Der Gletscher endet im Tal des Süd-Braldu, der das Tal des Baltoro-Gletschers entwässert.
Foto: Ken, picasaweb.google.com

 

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