Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

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Westcol (6135 m) - Ostcol (6120 m), Khumbu

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Neu: Aufklärung des Irrtums mit dem "Sherpani Col"

Talorte: Der Übergang bedingt mehrere Zeltlager, z.B.:
- westlich Westcol am See südlich des Hunku-Gletschers auf 5380 m Höhe
- am Westcol auf 6135 m Höhe
- östlich des Ostcol auf ca. 5800 m Höhe (wenn man vom Barun-Gletscher aufsteigt)
- am Barun-Gletscher auf 5200 m Höhe
- im Makalu-Basislager auf 4850 m Höhe
Das Lager am Hunku-Gletscher wird entweder aus dem Imja-Tal über der Amphu-Labtsa (5780 m) erreicht oder über den Mera La (5415 m) aus dem südwestlich gelegenen Hinku-Tal.
Die nächst gelegenen bewohnten Talorte sind mehrere Tagesmärsche entfernt.
Merkmale: Wegen der sehr großen Höhe ist eine 10 bis 12-tägige Höhenakklimatisation erforderlich.
Steile Aufstiege in Schnee und Eis und kombiniertem Gelände von Westen und von Osten. Evtl. Tiefschnee bei der Querung des Geltscherbeckens zwischen West- und Ost-Col. Das Unternehmen gleicht einer Expedition und setzt große Erfahrung und Ausdauer voraus.

Westcol von Westen.jpg (633783 Byte)
Westcol von Westen 
Photo: Benjam, picasasweb.google.com

Westcol kombiniertes Gelaende.jpg (753287 Byte)
Kombiniertes Gelände am Aufstieg zum Westcol
Photo: Benjam, picasasweb.google.com

Westcol nach Westen.jpg (765111 Byte)
Blick vom Westcol nach Westen
Photo: Benjam, picasasweb.google.com


Ausschnitt aus der Karte Khumbu-Himal 1:50.000, Nepal-Kartenwerk der Arbeitsgemeinschaft für vergleichende Hochgebirgsforschung Nr. 2
Die Karte ist im Buchhandel erhältlich. Die Wiedergabe des Kartenausschnitts erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch die Arbeitsgemeinschaft.
Information: www.hochgebirgsforschung.de

Westcol zum Makalu.jpg (241853 Byte)
Westcol zum Makalu und Ostcol

Westcol zum Gletscherplateau.jpg (341178 Byte)
Westcol zum Gletscherplateau mit Spalten
Photo: Ico Kloppenburg, flickr.com

Ostcol zum Makalu.jpg (771670 Byte)
Ostcol zum Makalu

Ostcol von Westen.jpg (219091 Byte)
Ostcol von Westen
Photo: 
Benjam, picasasweb.google.com

Ostcol von Osten.jpg (134229 Byte)
Ostcol von Osten
Photo: 
Benjam, picasasweb.google.com

Ostcol Aufstieg vom Barun-Gletscher.JPG (737925 Byte)
Ostcol Aufstieg vom Barun-Gletscher
Photo: 
Benjam, picasasweb.google.com

Ostcol Barun-Gletscher zum Lhotse + Everest.jpg (665387 Byte)
Oberhalb des Barun-Gletschers
zum Lhotse und Everest
Photo: 
Benjam, picasasweb.google.com

Der West- und Ostcol sind die beiden Verbindungspässe zwischen dem Hunku-Tal und dem Barun-Tal. Beide Täler sind unbewohnt. Die beiden Pässe begrenzen das obere Gletscherbecken des Unteren Barun-Gletschers. Die Passüberschreitung erfolgt im Zuge der Expedition zwischen dem Arun-Tal und der Khumbu-Region (oder umgekehrt).

Das Barun-Tal wird von Tumlingtar (Flugplatz) und Khandbari im Arun-Tal erreicht; es ist der Weg zum Makalu-Basislager an der Südflanke dieses Achttausenders. Das Arun-Tal und das untere Barun-Tal, das in das Arun-Tal einmündet, sind allerdings tiefe und wilde Schluchten, die nicht direkt begangen werden können. Der Weg führt deshalb über die Höhen, überquert den Arun bei Sheduva und geht dann über den Shipton-La (4170 m) hinüber ins obere Barun-Tal. Direkt unter der Südwand des Makalu wird das Makalu-Basislager auf 4850 m Höhe erreicht. Von dort geht es weiter über den Barun-Gletscher bis auf etwa 5200 m Höhe gegenüber der Stelle, wo von rechts der Chago-Gletscher in den Barun-Gletscher einmündet. Beim Aufstieg zum Ostcol wird hier kampiert. Von hier führt der Aufstieg über steiles kombiniertes Gelände. Auf etwa 5800 m wird in der Regel nochmals kampiert. Vom Hochlager aus führt die Route durchweg über Gletscher. Die letzten 80 m bis zum Ostcol sind steil, noch steiler geht es etwa 80 m wieder hinunter auf die Gletscherhochebene des Lower Barun Glacier. Die etwa 2,5 km über das Gletscherbecken hinüber zum Westcol verlaufen nahezu eben auf etwa 6000 m Höhe (Achtung Spalten!). Am Westcol wird in der Regel erneut gelagert.

Das Hunku-Tal kann von der Khumbu-Region nur über den Mera La (5415 m) oder den Amphu Labtsa ( 5780 m) oder den Mingbo La (5817 m) erreicht werden. Von Lukla bis hierher ist es also bereits eine große Tour bzw. vom Westcol bis in die bewohnten Khumbu-Täler hat man noch einige Anstrengungen vor sich. Unterhalb des Westcol wird in der Regel an dem kleinen See oberhalb (östlich) des Hunku-Gletschers kampiert, sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg. Dieser Ort ist auch die Stelle des Basislagers für die Besteigung des Baruntse (7220 m). Von diesem Lager aus führt die Route zunächst über den mäßig steilen Rücken einer Moräne, bevor auf 5750 m Höhe der Gletscher betreten wird. Zunächst steigt der Weg über den Gletscher nur mäßig an. Die letzten etwa 130 m führen dann aber in einem steilen Schnee-Couloir hinauf auf den Westcol, wo kampiert wird. Jenseits des Gletscherbeckens des Lower Barun Glacier ist in 2,5 km Entfernung der Ostcol zu sehen (Achtung Spalten!).

Der Irrtum mit dem Sherpani Col: In den Beschreibungen im Zusammenhang mit der Überschreitung des Ost-Col (East Col) wird häufig vom "Sherpani Col" gesprochen. Hier liegt ein Irrtum vor, der vermutlich durch die eine oder andere falsche Karte neueren Datums gefördert wird. Für den Übergang zwischen Barun-Gletscher und Hunku-Tal wird heute in aller Regel die Route über den Ost Col (East Col) gegangen. Der Sherpani Col liegt 2 km südöstlich dieses Übergangs. Der Sherpani Col wurde in den 50er und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Übergang benutzt. In den 50er-Jahren wurde für diesen Übergang der Name "Sherpani Col" von den Sherpas aufgenommen. In dieser Zeit entstand die erste detaillierte Landkarte 1:50.000, für die sich Erwin Schneider lange Zeit in der Region aufhielt. Seine Eintragung des Sherpani Col muss folglich als authentisch und richtig angesehen werden. Folgend ist der entsprechende Ausschnitt aus der Landkarte von Erwin Schneider abgebildet. Auch zwei weitere Landkarten aus renommierter Quelle, aus denen ebenfalls die entsprechenden Ausschnitte folgend abgebildet sind, geben die Übergänge exakt wie Erwin Schneider an: die Karte 1:50.000 des Boston Museum of Science/der Swiss Foundation For Alpine Research von 1990 und die Karte 1:100.000 des Lanzhou Institute of Glaciology und Geocryology der Chinese Academy of Sciences von 1991. Erst später wählte man den 2 km nordwestlich des Sherpani Col gelegenen Übergang als Standard-Route, weil er auf der Westseite mit weniger Höhenverlust am Unteren Barun-Gletscher verbunden und weil er insbesondere auf der Seite des Barun-Gletschers technisch einfacher ist. Vom Barun-Gletscher wählte man dafür das nächste Seitental für den Aufstieg. Dieser neue Übergang wurde East Col (Ost Col) genannt, analog zum West Col. Der Sherpani Col wird heute in aller Regel nicht mehr benutzt. In der von mir gezeichneten Karte sind der East Col und der Sherpani Col gemäß diesen drei Landkarten und der späteren Namensgebung des East Col eingetragen.

Sherpani Col in der Landkarte 1 : 50.000 von Erwin Schneider von 1955 bis 1963
(Arbeitsgemeinschaft für vergleichende Hochgebrigsforschung)

Sherpani Col in der Landkarte 1 : 50.000 des Boston Museum of Science/Swiss Foundation For Alpine Research) von 1990

Sherpani Col in der Landkarte 1 : 100.000 des Lanzhou Institute of Glaciology and Geocryology von 1991

Region: Landkarte, Beschreibung, Fotos

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Copyright © Guenter Seyfferth, 2006. Aktualisierter Stand vom 24.04.2012 . Alle Rechte vorbehalten. 

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