Beschreibung der Topografie
der Region und Hinweise zu Besteigungen:
Das oben vorangestellte Panorama-Foto
verdeutlicht, welcher Bereich hier beschrieben wird. Die südlichen und
südöstlichen Gebiete der Khumbu-Region umfassen drei Täler östlich des
Haupttales des Dudh Koshi (siehe Khumbu -
zentraler Teil), welche nach Süden bzw. Südosten ausgerichtet sind:
Das Tal des Hinku Drangka, das Tal des Hunku Drangka und das Tal des
Barun. Die beiden ersteren verlaufen direkt nach Süden, der Barun
hingegen wird durch die mächtige Mauer von Chamlang und Tutse zu einem
Verlauf nach Osten und dann nach Südosten zum Arun gezwungen. Allen drei
Tälern ist gemeinsam, dass sie in ihrem unteren Bereich so enge
Schluchten sind, dass sie dort praktisch nicht begangen werden können. Die
Zugänge in die oberen Bereiche der Täler an den hohen Bergen führen
folglich über Pässe und Höhenrücken, bis endlich die Talsohlen
auf Höhen um die 3500 m erreicht werden können. Das Foto zeigt links den
oberen Einzugsbereich des Hinku Drangka und rechts den oberen Bereich des
Hunku Drangka. Das Barun-Tal (hier nicht sichtbar) verläuft hinter dem
Baruntse und Chamlang, aber noch vor dem Makalu. Aus der höheren Warte des Mera Peak
überragt natürlich das Massiv von Nuptse, Everest, Lhotse auch diesen
Bereich, zählt aber zum Flusssystem des Dudh Koshi (die Beschreibung
finden Sie hier) im zentralen Khumbu,
vom südlichen Khumbu durch eine Wasserscheide getrennt.
Das Hinku-Tal, das westliche der drei
Täler, wird meist von Lukla aus über den Zatrwa La (4580 m)
erreicht. Das Problem dieses Übergangs ist die Höhe und der
Höhenunterschied von fast 1700 m bis zum Pass. Der mit dem Flugzeug
nach Lukla angereiste Bergsteiger hatte noch keine Gelegenheit, sich an
die Höhe anzupassen. Das bedeutet: Geduld, ein oder zwei
Übernachtungen in Lukla und ein oder zwei weitere Übernachtungen in
Lagern vor dem Pass. Beim Abstieg vom Pass ist bereits der Mera Peak
(6476 m, Erstbesteigung 1953) mit seiner Südwand zu sehen.

Blick vom Abstieg vom Zatrwa La (4680 m)
in das Hinku-Tal nach Nordosten.
Von links: Mera Peak West (6255 m), Mera Peak (6476 m), Sanu Himal (5996
m)
Foto: Bob
Wilson, picasaweb.google.com
Eine natürliche Akklimatisation ohne
Wartezeiten ergibt sich hingegen auf dem Anmarsch von Südosten aus dem Arun-Tal und
dem Weiterweg nach Querung des unteren Hunku über den Höhenrücken zwischen Hunku und
Hinku.
In beiden Fällen des Zugangs wird der Talboden des Hinku Drangka auf
3580 m Höhe bei dem Lagerplatz Tashing Ongma erreicht. Nördlich von Mosom Kharka
(3690 m) wird der Talboden breiter,
aus dem Wald heraus betritt man Almwiesen. Im Norden, direkt über dem
Talende bei Tangnag, steht der mächtige Gipfel des Kyashar (6769 m,
Erstbesteigung 2003).

Blick zum Kyashar (6769 m) nach Norden
Der Ort Tangnag (4356 m) liegt hinter dem Felssporn in der Bildmitte.
Foto: Lyngve
Skrede, picasaweb.google.com
Das Flussbett des Hinku zeigt
seit dem Ausbruch des Sees Sabei Tsho bei Tangnag im Jahr 1998 immer noch
ein Bild der Verwüstung; es wird noch dauern, bis die Natur wieder ein
freundlicheres Bild geschaffen haben wird..

Blick von einem Aussichtsgipfel
südwestlich von Tangnag nach Nordosten
Man erkennt gut die Verwüstung, welche der Ausbruch des Sabei Tsho im
Jahr 1998 auf dem Talboden angerichtet hat. Die Häuser von Tangnag liegen
ca. 1 cm unterhalb des Sees am linken Rand der hellen Fläche.
Von der Bildmitte nach rechts führt das Tal des Dig-Gletschers zum Mera
La (5415 m). Der Weg dorthin verläuft hinter der jenseitigen (nördlichen)
Seitenmoräne. Am Horizont die Gipfel 6574 und 6439 des Peak 41 (6623 m).
Im Anmarsch ist der Wanderer von unten am Rand des verwüsteten Talbodens
nach Tangnag gekommen.
Foto: Lyngve
Skrede, picasaweb.google.com
Bei dem Ort Tangnag wechselt das Tal die
Richtung nach Osten hinauf zum Mera La (5415 m), dem Übergang hinüber
ins Hunku-Tal. Der Ort ist eingerahmt von den mächtigen Wänden des Kusum
Kanguru (6369 m, Erstbesteigung 1971) im Südwesten, des Kyashar (6769 m,
Erstbesteigung 2003) im Nordwesten und des Westgipfels (6255 m) des Mera
Peak.

Das Tal des Dig-Gletschers, das nach Osten
hinauf zum Mera La (5415 m) führt. Der Pass ist der Einschnitt ganz rechts.
Am rechten Bildrand die Nordwand des Mera Peak
(6476 m).
Foto: Kelly,
picasaweb.google.com
Beim Aufstieg zum Mera La geht der Blick
zurück nach Westen auf die Gipfel von Kusum Kanguru (6369 m) und Kyashar
(6769 m), dessen Silhouette sich zu einer nadelspitzen Pyramide verändert
hat.

Blick vom Aufstieg zum Mera La nach Westen
auf Kusum Kanguru (6369 m) und Kyashar (6769 m)
Foto: Lyngve
Skrede, picasaweb.google.com
Nach etwa 3 km des Aufstiegs mündet bei der
Almwiese Dig Kharka von Norden das Tal des Hinku-Gletschers.
Genau im Norden stehen die kühnen Pyramiden der Gruppe um den Malanphulan
(6571 m, Erstbesteigung 2000). Östlich des Hinku-Gletschers stehen die
Gipfel des Peak 41 (6623 m, Erstbesteigung 2002) mit ihrer steilen
Westwand.

Blick vom Weg zwischen Dig Kharka und Khare
nach Norden zu den Pyramiden der Gruppe um den Malanphulan (6571 m) über
dem Hinku-Gletscher. Rechts der Peak 41 (6623 m).
Foto: Lyngve
Skrede, picasaweb.google.com
Oberhalb des Lagerplatzes
Khare (4920 m) wird der Mera-Gletscher betreten, der in mäßiger Steigung
zum Pass führt. Ab hier überblickt man die komplette Gruppe von Kyashar
(6769 m, Erstbesteigung 2003) und Kangtega (6779 m, Erstbesteigung 1963).
Beide Gipfel sind durch einen langen hohen Grat miteinander verbunden.

Blick vom Mera-Gletscher nach Nordwesten
zum Kyashar (6769 m, lnks) und Kangtega (6779 m)
Foto: Lyngve
Skrede, picasaweb.google.com
Der Mera La (5415 m) ist der
Ausgangspunkt für die Besteigung des Mera Peak
(6476 m). Zunächst wird östlich, etwas unterhalb des Passes, kampiert.
Es folgt ein Hochlager an einem Felskopf (im folgenden Bild am linken
Bildrand) auf 5800 m Höhe. Die meisten Bergsteiger begnügen sich mit
dem Ostgipfel (6461 m, in Bildmitte), weil der Hauptgipfel (6476 m, im
Bild rechts) die Überschreitung eines stark verwächteten Grates
bedingt.

Blick vom Mera La
(5415 m) zu den Gipfeln des Mera Peak.
Von links: Felskopf des Hochlagers (5800 m), P 6065, Ostgipfel (6461
m),
Hauptgipfel (6476 m), P 6124
Foto: Steve
Mandi, flickr.com
Am Mera La beginnt der Abstieg ins Tal des
Hunku Drangka (auch Hongu Drangka), dessen Boden auf etwa 4600 m Höhe
erreicht wird. Der Boden dieses Tales ist vergleichsweise breit, obwohl
man sich zunächst zwischen den Bergriesen Peak 41 (6623 m) im Westen und
Chamlang (7321 m) im Osten befindet. Mit zunehmender Höhe verschwindet
jegliches Grün, denn man bewegt sich auf dem Untergrund des früheren
Hunku-Gletschers. Auf 5000 m liegt ein See. Hier beherrscht im Norden der Lhotse
(8516 m) das Bild. Er überragt die davor liegende Bergkette der Wasserscheide zwischen Ama Dablam
und Baruntse. Der Pass Amphu
Labtsa (5780 m) ist der Übergang aus dem Hunku-Tal ins Imja-Tal unter der
Lhotse Südwand.

Luftbild des Hunku-Tales von einer Position
südwestlich des Chamlang nach Norden.
Von links: Malanphulan (6571 m), die Gipfel des Peak 41 (6623 m) links
dahinter die Ama Dablam, Pumori (7145 m),
Nuptse
(7879 m), Everest (8850 m),
Lhotse (8516 m), Baruntse (7152 m)
Foto: Dieter Porsche, www.alpin-extrem.de
Die heutige Zunge des
Hunku-Gletschers wird erst beim einem weiteren See auf 5180 m Höhe
erreicht. Hier ist das Talbecken sehr weit, nach Westen mit den Abhängen
des Hunku Nup-Gletschers, nach Nordwesten mit der Seenplatte von Panch
Pokhri und nach Osten mit dem Tal des Hunku-Gletschers und den Abhängen
bis zum Baruntse.
Einen
guten Überblick über das gesamte Becken des oberen Hunku vermitteln
die beiden folgenden Bilder von den Gipfeln der Ama Dablam (von Westen)
und des Baruntse (von Osten).

Blick vom Gipfel der Ama
Dablam nach Osten auf das Becken des oberen Hunku
Von links: Chomolonzo
(7790 m), Makalu (8475
m), Baruntse (7152 m, vor dem Makalu), Kangchenjunga
(8586 m, am Horizont in Bildmitte), P 6830, P 6770 (vor P
6830),
Chamlang (7321 m) (siehe auch beschriftetes
Foto)
Am tiefsten Punkt des Grates, der vom Betrachter weg zum Baruntse
verläuft, befindet sich der Passübergang Amphu
Labtsa (5780 m). Rechts vom Baruntse (in Bildmitte) liegen die Passübergänge Westcol/Ostcol
hinüber ins Barun-Tal.
Foto: Lyngve
Skrede, picasaweb.google.com

Blick vom Gipfel des Baruntse (7152 m) nach Südwesten auf das Becken
des oberen Hunku
Von links: Peak 41 (6623 m, verdeckt den Mera Peak), Kyashar
(6769 m), Kangtega (6779 m), Thamserku (6608 m), Karyolung (6511 m),
Numbur (6958 m), Bigphera Go Shar (6730 m).
Die Ama Dablam befindet sich knapp außerhalb des rechten Bildrandes.
Im Talgrund von links: See des Baruntse Basecamp, See an der Zunge des
Hunku-Gletschers, Seenplatte Panch Pokhri. Man beachte die
unterschiedliche Färbung der Seen.
Von Panch Pokhri nach rechts
verläuft der Anstieg zum Amphu Labtsa
(5780 m).
Foto: Lyngve
Skrede, picasaweb.google.com

Aufstieg von Panch Pokhri zum Amphu
Labtsa (5780 m), dem Übergang vom Hunku-Tal ins Imja-Tal.
Foto: Lyngve
Skrede, picasaweb.google.com