Beschreibung der Topografie
der Region und Hinweise zu Besteigungen:
Vorbemerkung zu obiger Karte: Das
Gebiet des Ganesh Himal ist in den Karten der nepalesischen Verlage
teilweise sehr mangelhaft dargestellt. Die einzig zuverlässige Quelle
sind die Finmap-Karten.
Die hier beschriebene Region zwischen dem
Manaslu Himal im Westen und dem Langtang Himal im Osten wird nur von
wenigen Touristen besucht. Wer das Budhi Gandaki-Tal von Süden
heraufkommt, hat meist das Gebiet des Manaslu zum Ziel. Wer im Osten das
Tal des Bhote Kosi nach Syabru Bensi hinauffährt, verfolgt in der Regel
die Route weiter nach Nordosten in das Langtang Valley oder zu den Seen
bei Gosainkund.
Der Ganesh Himal ist ein hauptsächlich
in der Nord-Süd-Richtung verlaufender Gebirgskamm, der der Grenze
zwischen Nepal und China folgt. Im Süden schwenkt er auf eine kurze
Strecke nach Osten, so dass es über die Gipfel Ganesh II, IV, II und V
auch eine nach Süden ausgerichtete Gebirgsflanke gibt. Im Westen des Ganesh Himal verläuft das
tief eingeschnittene Tal des Budhi Gandaki bzw. im Norden das Tal des
Nebenflusses Tsum Chu. Jenseits des Tsum Chu steht im Nordwesten die
kleine Gebirgsgruppe des Chamar/Shringi Himal. Im Osten des Grenzkammes
verläuft das Tal des Kyirong Tsangpo. Dieses trockene Tal auf
chinesischem Staatsgebiet ist praktisch unbekannt; Bildmaterial steht
mir leider nicht zur Verfügung. Das Tal ist durch eine Straße vom Peiku Tso in Tibet erschlossen; angeblich gibt es von chinesischen
Büros geleitete Jeep-Touren.
Bei Tatopani, wo das Tal des Budhi
Gandaki eng wird, befindet man sich nicht einmal auf 1000 m Höhe. Auch bei
Philim, wo der Weg aus dem Tal des Budhi Gandaki hinauf in das Tsum
Valley nördlich der Ganesh-Gipfel führt, ist man erst knapp 1600 m
hoch. Entsprechend steil ragen die Bergwände beidseits dieses Tales
auf. Im Norden, lange Zeit vor Augen, steht der Shringi Himal (7138 m),
hinter dessen Gipfel sich der etwas höhere Chamar (7165 m,
Erstbesteigung 1953) verbirgt.

Shringi Himal (7138 m) und P 6648 von
Süden aus dem Tal des Budhi Gandaki. Vor diesem Gebirgsstock zweigt das
Tsum Valley nach rechts ab.
Foto: Marie-Louise,
picasaweb.google.com
Die Ganesh-Gipfel sind aus
dem Tal des Budhi Gandaki nicht zu sehen. An die Südflanke des Ganesh
Himal gelangt man durch das weiter östlich gelegene Tal des Anku Khola.
Von dort führt ein aussichtsreicher Trek auf den Gebirkskamm zwischen
Anku Khola und Trishulu Ganga. Auf diesem Gebirgskamm bewegt man sich in
Höhen um die 4000 m. Im Norden stehen die Gipfel Ganesh II bis Ganesh V
sowie der Paldor. Im Nordosten stehen die Berge des Langtang Himal. Im
Westen sind die Gipfel des Manaslu Himal zu sehen.
Die Nummerierung der
Ganesh-Gipfel mit den römischen Ziffern I bis VII ist sehr verwirrend,
denn die Reihenfolge entspricht nicht der Höhe in absteigender Folge.
Es waren einst andere Höhen zugrunde gelegt, die eine andere
"Rangordnung" der Gipfel ergaben. Diese Rangordnung stimmt
jetzt nicht mehr, die römischen Ziffern wurden allerdings nicht
"versetzt". Hilfreich sind zum Teil die Alternativnamen. Die
Gipfel seien zur Klarheit hier nochmals aufgeführt:
Ganesh I (Yangra Kangri),
7422 m, Erstbesteigung 1955
Ganesh II, 7118 m, Erstbesteigung 1979
Ganesh III (Salasungo), 7060 m (Finmap gibt hier 7043 m an) (Randordnung
Nr. 4), Erstbesteigung 1981
Ganesh IV (Pabil), 7104 m (in der Rangordnung Nr. 3), Erstbesteigung
1978
Ganesh V (Lapsang Karpo), 6770 m (in der Rangordnung Nr. 6, Erstbesteigung 1980
Ganesh VI, 6908 m (eigentlich nur ein Nebengipfel des Ganesh II, in der
Rangordnung Nr. 5)
Ganesh VII, 6350 m

Ganesh Himal vom Singla Danda im Süden.
Von links: Ganesh II (7118 m, hinter dem Grat zum Ganesh IV), Ganesh IV (7104 m), Ganesh
III (7060 m), Ganesh V (6770 m), Paldor (5903 m)
Foto: Pierre,
picasaweb.google.com
Nach dem Weg über die
Höhenkämme Singla Danda, Tiru Danda und Pangsang Danda führt der Weg
zum Paldor Basecamp auf 4280 m Höhe auf der Südseite dieses Vorgipfels
der Ganesh-Kette. Weiter geht es hinauf nach Nordosten zum Lake Camp am
Rinamo Hill. Vom dortigen Passübergang sieht man hinein in die
Südostflanke der Ganesh-Berge mit dem Sangjung-Tal und dem
gleichnamigen Gletscher. Links des Tals steht der Paldor (5903 m,
Erstbesteigung 1949), am Talende der Ganesh III (7060 m) und rechts der
Ganesh V (6770 m). Jenseits des Grenzkammes auf tibetischen Gebiet ist
der niedrigste der Ganeshgipfel, der Ganesh VII (6350 m) zu sehen (siehe
folgendes Bild).
Blick von Rinamo Hill (von Südosten) zum
Paldor (5903 m, links), Ganesh IV (7060 m), Ganesh V (6770 m) und Ganesh VII
(6350 m). In Bildmitte das Sangjung-Tal
Foto: Pierre,
picasaweb.google.com
Der Weg aus diesem Gebiet
heraus führt weiter nach Osten zum Talort Syabru Bensi (1460 m) am
Bhote Koshi. Syabru Bensi ist Ausgangspunkt für die Unternehmungen im
Langtang Himal.
Der Sangjung-Gletscher mit dem Ganesh III
(7060 m) im Hintergrund.
Foto: Pierre,
picasaweb.google.com